Pressemeldung der Diakonie München und Oberbayern vom 29.1.2026
Gedenkbuch "Gegen das Vergessen"
Gedenkbroschüre für die Opfer und Verfolgten des bayerischen Landesverbandes für Wander- und Heimatdienst 1936 – 1945
Mit dem digitalen Gedenkbuch “Gegen das Vergessen” legt die Diakonie München und Oberbayern einen weiteren Beitrag zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus anhand der Geschichte des Zentralwanderhofs Herzogsägmühle vor. Es erinnert an jene Menschen, die in dieser Zeit Leid erfahren haben – durch Ausgrenzung, Zwangsarbeit und systematische Entrechtung.
Zwischen 1936 und 1945 war der damalige Zentralwanderhof Herzogsägmühle Teil eines unmenschlichen Systems. Im Rahmen der “NS-Gesundheitspolitik” wurden unzählige Menschen zur Zwangsarbeit verpflichtet, ihrer Freiheit beraubt und in vielen Fällen ihrem Schicksal überlassen. Das Gedenkbuch ist all den Menschen gewidmet, die in den Einrichtungen des bayerischen Landesverbandes für Wander- und Heimatdienst (LVW) gegen ihren Willen eingewiesen waren und dort Maßnahmen der Zwangsfürsorge erleiden mussten.
Im Rahmen des Bildungsprojekts “Verachtet, Verfolgt, Vergessen. Die Opfer der NS-Gesundheitspolitik. Lernen für heute und morgen” konnte dieses Gedenkbuch in Zusammenarbeit mit erinnerungskulturellen Initiativen, Hochschulen und Nachfahr*innen von Verfolgten entwickelt werden. Dazu fanden Workshops, ein Erzählcafé und Gedenkfeiern im Diakoniedorf Herzogsägmühle statt.
Das Bildungsprojekt “Verachtet, Verfolgt, Vergessen. Die Opfer der NS-Gesundheitspolitik. Lernen für heute und morgen”, in dessen Rahmen das Gedenkbuch entstanden ist, nimmt die Verfolgung und Stigmatisierung jener Menschen in den Blick, die die Nationalsozialisten als “erbbiologisch und sozial Minderwertige” diffamierten.
Dabei wird deutlich, dass eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit grundlegend ist, um heutigen Stigmatisierungen und strukturellen Ausgrenzungen aktiv entgegenzuwirken.
Das Projekt am Lernort Sozialdorf Herzogsägmühle wurde von April 2024 bis Dezember 2025 in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.
Das Gedenkbuch ist unter folgendem Link abrufbar:
https://gegen-das-vergessen.dilewe.de/inhalt/gedenkbuch